Nach den massiven Einschränkungen des öffentlichen Personennahverkehrs an den vergangenen beiden Schneewochenenden übt die CDU-Regionsfraktion Hannover deutliche Kritik an der Organisation von Straßen- und Nahverkehr in der Region Hannover. Während in der Landeshauptstadt der Bus- und Stadtbahnverkehr zumindest teilweise wieder anlief oder aufrechterhalten werden konnte, sei der öffentliche Nahverkehr im Umland nahezu vollständig zum Erliegen gekommen.
Nach Einschätzung der CDU wurden insbesondere die Kommunen außerhalb Hannovers „abgehängt“ und in ihrer Mobilität stark eingeschränkt. Teilweise seien Kreisstraßen nicht ausreichend geräumt worden, gleichzeitig sei der Busverkehr pauschal eingestellt worden, obwohl aus mehreren Umlandkommunen zurückgemeldet worden sei, dass Straßen und Haltestellen geräumt und befahrbar gewesen seien. Ein funktionierender Nahverkehr sowie geräumte Verkehrswege gehörten jedoch zur grundlegenden Daseinsvorsorge, betont die Fraktion.
Der Wintereinbruch habe aus Sicht der CDU-Regionsfraktion erhebliche strukturelle und organisatorische Defizite offengelegt. Während der kommunale Winterdienst vor Ort vielfach zuverlässig gearbeitet habe, habe es insbesondere auf Kreisstraßen, stark genutzten Radwegen entlang dieser Straßen sowie auf überörtlichen Verbindungen deutliche Schwächen gegeben. Eine differenzierte Bewertung der tatsächlichen Lage sei offenbar unterblieben.
Kritisch sieht die Fraktion zudem, dass ganze Teile der Region an zwei Winterwochenenden vollständig vom öffentlichen Nahverkehr abgeschnitten gewesen seien, während in der Landeshauptstadt der Betrieb schrittweise wieder aufgenommen worden sei. Mobilität im Winter dürfe keine Frage des Wohnortes sein, sondern müsse in der gesamten Region verlässlich funktionieren. Schneefall sei kein außergewöhnliches Ereignis, sondern eine planbare Herausforderung, auf die Konzepte und Einsatzpläne ausgerichtet sein müssten.
Vor diesem Hintergrund fordert die CDU-Regionsfraktion eine umfassende Aufarbeitung der Ereignisse. Dazu gehöre eine ehrliche Analyse der Räum- und Einsatzkonzepte auf Kreisstraßen, eine bessere Abstimmung zwischen Winterdienst und Verkehrsunternehmen sowie klar definierte Kriterien für die Einstellung und die Wiederaufnahme des öffentlichen Personennahverkehrs. Ziel müsse es sein, die Mobilität in der gesamten Region auch unter winterlichen Bedingungen dauerhaft sicherzustellen.
