
Am Freitag, 23. Januar, fand im „Freiraum“ in Uetze das erste Blues-Konzert statt – und das mit großem Zuspruch. Blues traf offensichtlich einen Nerv: Zahlreiche Liebhaber dieser Musikrichtung waren gekommen, aber auch Gäste, die einfach einmal hineinschnuppern wollten, zeigten sich angetan von dem Abend. Martin Kühn präsentierte sich als Musiker, der an Gitarre und Mundharmonika gleichermaßen brilliert und zugleich als Sänger überzeugt. Wenn er Gitarre und Mundharmonika gleichzeitig spielt und dabei nahezu hinter seinen Instrumenten verschwindet, lässt sich die Augen schließen und der Blues ganz auf sich wirken. Ein Künstler, wie man ihm nicht häufig begegnet.
Im zweiten Set erhielt Kühn Verstärkung durch seine ehemalige Schülerin Maja Kortenacker. Sie sang fünf Lieder zu seiner Begleitung, und ihre klare, schöne Stimme ließ Kühns Musik noch einmal besonders aufleuchten. Auch wenn viele Stücke die für den Blues typische Melancholie tragen, entwickelte sich der Abend zu einem stimmungsvollen Erlebnis mit bekannten Songs, eigenen Kompositionen, abwechslungsreichen Momenten und kurzen Moderationen zu den einzelnen Stücken. Die vielen wippenden Füße im Publikum und der häufig lang anhaltende Applaus ließen keinen Zweifel daran, dass Blues im „Freiraum“ eine Zukunft hat.
Als Zugabe zeigte Martin Kühn schließlich, dass sich die Mundharmonika wie kaum ein anderes Instrument eignet, um eine Dampflok zu imitieren, die sich mal keuchend bergauf, mal schneller bergab bewegt. Mit dem Stück „Train“, teils rasant gespielt, brachte er das Publikum noch einmal zu kräftigem, begeistertem Applaus.
