
Ein Zug hat wieder am Uetzer Bahnhof gehalten. Allerdings nicht am Gebäude an der Raiffeisenstraße, sondern an einem originalgetreuen Modell. Das hatte Wolfgang Braatz, Archivar des Uetzer Heimatbunds, eigens für die Ausstellung über die Bahnstrecke Celle-Uetze-Plockhorst-Braunschweig/Peine gebastelt. Der Heimatbund präsentierte die Schau beim Tag der offenen Tür in der Olen Dorpschaule.
Für die Ausstellung, die nicht nur viele Uetzer, sondern auch etliche Einwohner aus umliegenden Ortschaften anlockte, hatte Braatz zahlreiche Exponate zusammengetragen.Zum Beispiel konnten die Besucher einen Zeitungsbericht über die feierliche Eröffnung des ersten Streckenabschnitts von Celle nach Uetze im Jahr 1920 lesen. An die Sonderfahrten in den Achtzigerjahren, die der Uetzer Ring nach Einstellung des fahrplanmäßigen Personenverkehrs organisiert hatte, erinnerten unter anderem mehrere Fotos.
Außerdem ließen Zeitzeugenberichte die Uetzer Bahngeschichte wieder aufleben. Einer dieser Berichte hatte die Überschrift „Der Zirkus kommt mit der Eisenbahn“. Heimatbund-Mitglied Siegmar Rüsche kann sich daran erinnern, dass er als Kind miterlebt hatte, dass Elefanten, Pferde und andere Zirkustiere aus Güterwaggons ausgeladen und dann an der Hand durch den Ort zum Festplatz Hoopt geführt wurden, wo der Zirkus sein Zelt aufgeschlagen hatte.
Unter anderem bereicherten auch alte Fahrpläne und Fahrkarten die Ausstellung. Archivar Wolfgang Braatz hatte sich eine alte Eisenbahnuniform ausgeliehen, die er am Tag der offenen Tür trug. Der Heimatbund plant, einen Großteil der Schau während der Besuchersaison im historischen Zweiständerhaus in Wackerwinkel zu zeigen. Das 430 Jahre alte Baudenkmal wird in diesem Jahr am Himmelfahrtstag erstmals wieder für Gäste geöffnet.
