Grüne und weitere Fraktionen wollen Wildtiere vor Mährobotern schützen

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in der Regionsversammlung teilt mit, dass der Igel und andere nachtaktive Wildtiere in der Region Hannover künftig besser geschützt werden sollen. Dafür habe sie gemeinsam mit SPD, Tierschutzpartei und Freien Wählern, Volt+ sowie der Gruppe CDU/FDP einen fraktionsübergreifenden Antrag in die Regionsversammlung eingebracht. Im Mittelpunkt stehe eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit der Regionsverwaltung, die über die Gefahren von Mährobotern insbesondere in den Abend- und Nachtstunden aufklären soll.

Ulrich Schmersow, umweltpolitischer Sprecher der Regionsfraktion, erklärt dazu: „Der Igel gehört zu den vertrautesten Wildtieren unserer Gärten. Doch gerade diese werden für ihn immer häufiger zur tödlichen Falle. Igel sind vor allem abends und nachts auf Nahrungssuche. Genau dann kommen viele Mähroboter zum Einsatz. Statt zu fliehen, rollen sich Igel bei Gefahr zusammen – ein Instinkt, der sie vor den rotierenden Messern nicht schützt. Dem Tier bleibt keine Chance.“

Nach Angaben der Grünen schade die nächtliche Nutzung von Mährobotern nicht nur Igeln, sondern auch anderen dämmerungs- und nachtaktiven Kleintieren wie Kröten oder Fröschen. Ziel des Antrags sei es deshalb, für heimische Wildtiere sichere Nächte zu schaffen. Da es bislang keine klaren gesetzlichen Regelungen gebe, setzen die Antragsteller auf Aufklärung. Wer seinen Mähroboter nur tagsüber fahren lasse, könne Tiere schützen, ohne auf einen gepflegten Garten verzichten zu müssen.

Vorgesehen sind nach Angaben der Fraktion verständliche und breit gestreute Informationsangebote, eine zentrale und leicht zugängliche Online-Plattform, aktive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Verankerung des Themas in bestehenden Formaten der Region. Darüber hinaus soll die Zusammenarbeit mit dem Insektenbündnis und regionalen Igelschutzzentren ausgebaut werden.

Schmersow betont, viele Menschen seien sich vermutlich nicht bewusst, welche Folgen der nächtliche Einsatz von Mährobotern haben könne, oder verließen sich auf Herstellerangaben. Die Praxis zeige jedoch, dass Mähroboter Kleintiere oft nicht zuverlässig erkennen. Genau hier solle mit klaren Informationen und einfachen Maßnahmen angesetzt werden. Zugleich hebt er die breite politische Unterstützung hervor und bezeichnet den gemeinsamen Antrag aller demokratischen Fraktionen als starkes Signal.

Hintergrund ist nach Angaben der Fraktion auch die Entwicklung der Igelbestände. Der Braunbrustigel steht inzwischen auf der Internationalen Roten Liste, seine Bestände gehen zurück. Neben Lebensraumverlust und Straßenverkehr trage auch der zunehmende Einsatz von Mährobotern zu dieser Entwicklung bei.

Download als PDF

Nach oben scrollen