Mehr Einbrüche, weniger Betrug: Polizei Burgdorf zieht Bilanz für 2025

Die Polizeiinspektion Burgdorf hat die Kriminalstatistik für das Jahr 2025 vorgelegt. Für Stadt Burgdorf und Gemeinde Uetze zusammen wurden 2.448 Straftaten registriert – 55 weniger als im Vorjahr und damit der niedrigste Wert seit 2021. Hinter dieser leicht positiven Gesamtzahl verbergen sich jedoch gegenläufige Entwicklungen: Während Wohnungseinbrüche und Sachbeschädigungen teils stark anstiegen, gingen Internetbetrug und Vermögensdelikte spürbar zurück.

Aufklärungsquote sinkt

Die Aufklärungsquote – das Verhältnis aufgeklärter zu bekannt gewordenen Fällen – sank für das gesamte Inspektionsgebiet von 60,8 auf 55,6 Prozent. Besonders deutlich fiel der Rückgang in der Stadt Burgdorf aus: Dort klärte die Polizei 2025 noch 51,3 Prozent der Fälle auf, nach 61,6 Prozent im Vorjahr. Die Gemeinde Uetze lag mit 65,6 Prozent weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau.

Wohnungseinbrüche stark gestiegen

Den markantesten Anstieg verzeichnet der Wohnungseinbruchdiebstahl. Im Zuständigkeitsbereich der PI Burgdorf wurden 2025 insgesamt 55 Wohnungseinbrüche und Tageswohnungseinbrüche gezählt – gegenüber 36 Fällen im Vorjahr ein Anstieg von mehr als der Hälfte. In der Stadt Burgdorf verdoppelte sich die Zahl nahezu: von 22 auf 43 Fälle. In der Gemeinde Uetze ging sie leicht zurück, von 14 auf 12 Fälle. Die Aufklärungsquote lag bei lediglich 7,3 Prozent. Immerhin: Fast jeder zweite Einbruch (24 von 55) blieb im Versuchsstadium stecken – ein Hinweis darauf, dass gesicherte Türen und Fenster Wirkung zeigen.

Die Wohnungseinbrüche werden im PI-Verbund aus Burgdorf, Burgwedel, Isernhagen, Langenhagen, Lehrte, Sehnde, Uetze und Wedemark zentral in Burgdorf bearbeitet. Insgesamt bearbeitete die Ermittlungsgruppe 2025 im Verbund 332 Einbrüche – der höchste Wert im Fünfjahreszeitraum.

Sachbeschädigungen nehmen zu

Deutlich gestiegen sind auch die Sachbeschädigungen: 418 Fälle wurden erfasst (2024: 313), davon 330 in der Stadt Burgdorf und 88 in der Gemeinde Uetze. Knapp die Hälfte der Taten (44 Prozent) ereignete sich auf Straßen, Wegen oder Plätzen. Die Aufklärungsquote lag bei 18,2 Prozent.

Gewalt gegen Einsatzkräfte fast verdreifacht

Auffällig ist die Entwicklung bei Angriffen und Widerstandshandlungen gegen Polizei und Rettungsdienst: 2025 wurden im Inspektionsbereich 21 solcher Fälle registriert – nach 9 im Vorjahr. 17 Fälle entfielen auf die Stadt Burgdorf, 4 auf die Gemeinde Uetze. Die Opfer waren fast ausnahmslos Vollstreckungsbeamte (20 Fälle), in einem Fall war der Rettungsdienst betroffen.

Messerangriffe auf höchstem Stand

Auch Messerangriffe haben zugenommen: 18 Fälle wurden 2025 gezählt (2024: 14), davon 15 in Burgdorf und 3 in Uetze. Damit liegt der Wert so hoch wie nie zuvor im Fünfjahreszeitraum seit 2021.

Kraftfahrzeugdiebstahl gestiegen

Mehr Fahrzeuge wurden 2025 gestohlen: 25 Fälle verzeichnet die Statistik (2024: 13), darunter 10 in Burgdorf und 15 in Uetze – wo sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr fast vervierfacht hat. Hinzu kamen 108 Diebstähle aus oder an Kraftfahrzeugen (2024: 80), wobei 84 Taten vollendet wurden und 24 im Versuch blieben. Die Aufklärungsquote betrug hier 9,3 Prozent.

Gewerbeeinbrüche leicht gestiegen

Gewerbeeinbrüche nahmen ebenfalls leicht zu: 53 Fälle wurden registriert (2024: 47), davon 35 in Burgdorf und 18 in Uetze. Die Aufklärungsquote lag bei 20,8 Prozent; 34 Taten wurden vollendet, 19 blieben Versuche.

Fahrraddiebstahl und Internetbetrug gehen zurück

Gesunkene Fallzahlen gibt es bei mehreren Deliktfeldern. Fahrraddiebstähle gingen auf 95 zurück (2024: 112), davon 76 in Burgdorf und 19 in Uetze. Die Aufklärungsquote lag bei 14,7 Prozent.

Deutlich weniger Fälle als im Vorjahr verzeichnen die Vermögens- und Fälschungsdelikte: 337 Fälle (2024: 458), davon 71 Prozent Betrug. Besonders stark zurückgegangen sind Straftaten über das Internet: 157 Fälle wurden gezählt (2024: 301). Darunter dominieren Waren- und Warenkreditbetrug (60 Prozent) sowie der Betrug mit rechtswidrig erlangten Zahlungsmitteln (25 Prozent). Die Aufklärungsquote für Vermögens- und Fälschungsdelikte insgesamt lag bei 65,9 Prozent.

Rohheitsdelikte und häusliche Gewalt leicht rückläufig

Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit summierten sich 2025 auf 502 Fälle (2024: 533). Die Aufklärungsquote ist in diesem Bereich mit 94,6 Prozent traditionell hoch, da Täter und Opfer oft bekannt sind. 62 Prozent der Fälle sind Körperverletzungen, 35 Prozent Straftaten gegen die persönliche Freiheit wie Nötigung oder Bedrohung, 3 Prozent Raub und räuberische Erpressung.

Bei häuslicher Gewalt wurden 225 Fälle registriert (2024: 231), davon 141 in Burgdorf und 84 in Uetze. 77 Prozent der Fälle zählen zu den Rohheitsdelikten.

Jugendkriminalität gesunken

Bei Straftaten mit jugendlichen Tatverdächtigen (14 bis 17 Jahre) gingen sowohl Fallzahlen als auch Anzahl der Tatverdächtigen zurück: 143 Fälle (2024: 160), 111 jugendliche Tatverdächtige (2024: 131). Der Rückgang zeigt sich vor allem bei Sachbeschädigungen und Körperverletzungen.

Sexualdelikte und Betäubungsmittel

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung stiegen leicht auf 63 Fälle (2024: 59), davon 36 in Burgdorf und 27 in Uetze. Die Aufklärungsquote liegt mit 96,8 Prozent sehr hoch. Größte Einzelkategorie ist mit 51 Prozent die Verbreitung pornografischer Schriften. Betäubungsmitteldelikte gingen auf 22 Fälle zurück (2024: 36), mit einer Aufklärungsquote von 95,5 Prozent.

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