
Die Bürgerinitiative Umwelt Uetze und ihre Partnerinitiative aus Wathlingen werten die Rücknahme der Anordnung der sofortigen Vollziehung für eine Lkw-Entladeanlage von K+S in Wathlingen als wichtigen Erfolg. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie habe die entsprechende Anordnung kürzlich wieder aufgehoben, teilte die Bürgerinitiative mit.
Der Vorsitzende der Bürgerinitiative Umwelt Uetze, Wolfgang Tannenberg, erklärt: „Im Sommer letzten Jahres hatten wir eine rege Bautätigkeit am Schacht in Wathlingen festgestellt. Recherchen haben dann ergeben, dass K+S vom LBEG eine Genehmigung erhalten hatte, eine Lkw-Entladeanlage für die Entsorgung fremder Salzwässer zu bauen, um das Bergwerk weiter zu fluten.“ Die Öffentlichkeit sei darüber nur äußerst spärlich informiert worden.
Nach Angaben der Bürgerinitiative wurde deshalb im August 2025 gemeinsam mit der Partnerinitiative aus Wathlingen Klage gegen das Vorhaben beim Verwaltungsgericht Lüneburg erhoben. Als Gründe nennt die Initiative unter anderem die aus ihrer Sicht fehlende Genehmigung des Betriebs in Form der Einleitung fremder Salzwässer, erhebliche Gefahren durch die Flutung mit Blick auf Rüstungsaltlasten, den drohenden Lkw-Verkehr, den Schutz einer benachbarten Artenschutz-Ausgleichsfläche sowie die Sorge, dass ein Haldenversatz in das Bergwerk verhindert werden könnte.

Der stellvertretende Vorsitzende Georg Beu erklärt: „Nachdem das LBEG im Interesse von K+S die sofortige Vollziehung der Genehmigung angeordnet hatte, sind wir auch dagegen vorgegangen.“ Im Ergebnis sei die Zufahrt zur Entladeanlage von der Artenschutz-Ausgleichsfläche weg nach Süden verlegt worden. Außerdem hätten LBEG und K+S einsehen müssen, dass eine Genehmigung für die Flutung mit Salzwässern anderer Standorte noch gar nicht vorliege. Schließlich habe das LBEG die Anordnung der sofortigen Vollziehung wieder zurückgenommen.
Vorstandsmitglied Ulf Wucherpfennig ergänzt, während Befürworter der Haldenabdeckung viele Jahre verspätet erneut über Transportmöglichkeiten durch das Naturschutzgebiet Brand bei Nienhagen nachdächten, hätten die beiden Bürgerinitiativen die Menschen in Hänigsen und den umliegenden Orten durch ihren Einsatz und mehrere Klagen bereits seit rund acht Jahren vor massivem Lkw-Verkehr zur Haldendeponie und nun auch zur Entladeanlage bewahrt. Dies gelte nach seiner Darstellung auch für Belastungen durch Staub und Lärm aus dem Abdeckungsbetrieb.
Die drei Vorstandsmitglieder kündigen an, weiterhin juristisch gegen die Haldendeponie und gegen die Entsorgung fremder Salzwässer in Wathlingen vorzugehen. Ziel bleibe es, zusätzlichen Verkehr durch die Dörfer zu verhindern und stattdessen eine Rückverlagerung der Halde in das Bergwerk zu erreichen. Nach Auffassung der Initiative würden dadurch auch Grundwasser und Immobilien geschützt.
