Die CDU-Regionsfraktion kritisiert die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung an der Förderschule Im Großen Freien in Ilten. Nach Angaben der Fraktion geht aus der Antwort auf eine CDU-Anfrage in der Regionsversammlung hervor, dass die Schule den ab dem Schuljahr 2026/2027 geltenden Rechtsanspruch auf Ganztag nicht erfüllen kann.
„Es ist unbegreiflich, wieso der ehemalige sozialdemokratische Schuldezernent die Umsetzung des Rechtsanspruches an den Förderschulen so stark sabotiert hat“, erklärt Bernward Schlossarek, Vorsitzender der CDU-Regionsfraktion und schulpolitischer Sprecher. Die Antworten der Regionsverwaltung auf die Anfrage zur Zukunft der Förderschule Im Großen Freien in Ilten dokumentierten aus Sicht der CDU nicht nur jahrelangen Stillstand von 2021 bis 2025, sondern offenbarten auch ein massives Organisations- und Führungsversagen beim Thema Ganztag und Schulentwicklung.
Nach Darstellung der CDU erklärte die Regionsverwaltung noch am 10. November 2025 offiziell, dass an der Förderschule Im Großen Freien zum Schuljahr 2026/2027 kein Ganztagsbetrieb möglich sei. Nur drei Wochen später habe dieselbe Verwaltung einen Antrag auf Einführung einer Ganztagsschule gestellt, obwohl sich an den tatsächlichen Bedingungen vor Ort nichts geändert habe.
Die Region räume inzwischen selbst ein, dass die räumlichen Voraussetzungen für den Ganztag nicht vorhanden seien. Ein Datum für den Neubau der Schule im Schulzentrum Lehrte Süd existiere weiterhin nicht. „Die Stadt Lehrte wird als Jugendhilfeträger nun den Eltern ein Angebot für eine Interimslösung machen. Das produziert mehr Verwaltungsaufwand, Kosten und keine Lösung im Interesse der Kinder, weil Gruppen möglicherweise zerrissen werden“, kritisiert die Landtagsabgeordnete Heike Koehler.
Besonders problematisch ist aus Sicht der CDU, dass statt partnerschaftlicher Zusammenarbeit Intransparenz, Verzögerung und Verantwortungsverschiebung herrschten. Die Regionsverwaltung verlange von der Schule Ganztagskonzepte, obwohl zentrale Entscheidungen und Voraussetzungen durch die Region selbst seit Jahren nicht geschaffen worden seien.
„Die Regionsverwaltung versucht offenbar, den gesetzlichen Anspruch auf dem Papier zu erfüllen, obwohl sie selbst einräumt, dass die Voraussetzungen vor Ort gar nicht vorhanden sind. Das ist keine verantwortungsvolle Bildungspolitik, sondern reine Symbolpolitik zulasten von Kindern mit Förderbedarf und ihren Familien“, erklärt Schlossarek.
Weiter kritisiert der Fraktionsvorsitzende einen Vertrauensverlust gegenüber der Schule. „Wer grundlegende Entscheidungen trifft, ohne die betroffene Schule vorher einzubinden, zeigt ein erschreckendes Verständnis von Zusammenarbeit. Eltern und Lehrkräfte erwarten zu Recht Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und einen klaren Plan statt Ausreden und Verschiebungen. Damit sind der neuen Dezernentin für Schulen und Baumanagement riesige Steine in den Weg gelegt worden.“
Koehler und Schlossarek fordern von der Regionsverwaltung, nun konkret darzulegen, wie die rechtssichere Ganztagsbetreuung ab 1. August 2026 gewährleistet werden soll, wie lange die Übergangsphase dauern wird und welche Zukunftsperspektive der Standort Ilten hat.
