Meldungen des Eichenprozessionsspinners nehmen in Uetze deutlich zu

In der Gemeinde Uetze ist seit Ende Mai ein verstärktes Auftreten des Eichenprozessionsspinners festgestellt worden. Besonders betroffen sind nach Angaben der Gemeindeverwaltung Eichenbestände entlang von Straßen, in öffentlichen Grünanlagen sowie an Waldrändern. Die Gemeinde weist darauf hin, dass von den Raupen eine erhebliche Gesundheitsgefahr ausgeht. Bekannte Gefahrenstellen werden mit Warnschildern versehen.

Die Raupen entwickeln ab dem dritten Larvenstadium feine Brennhaare, die das Nesselgift Thaumetopoein enthalten. Diese Haare können bei direktem Kontakt oder durch Verwehungen in der Luft zu Hautreizungen, Atembeschwerden, Augenentzündungen und in seltenen Fällen zu schweren allergischen Reaktionen führen. Die Brennhaare bleiben über Monate hinweg aktiv und stellen auch nach der Verpuppung ein Risiko dar.

„Aktuell wurden im Gemeindegebiet mehrere potentielle Gefahrenstellen identifiziert. Typisch sind die nestartigen Gespinste an Stämmen und Astgabeln befallener Eichen. Die Gemeinde hat bereits mit Sicherungsmaßnahmen begonnen und lässt betroffene Bereiche absperren sowie durch Fachfirmen Nester in Wohngebieten und sensiblen öffentlichen Bereichen absaugen“, erklärt Jürgen Burdack, Teamleiter für Umwelt, Klima und Grünflächen bei der Gemeinde Uetze.

Burdack weist zugleich darauf hin, dass es regelmäßig zu Verwechslungen mit harmlosen Gespinstmotten komme. Diese bespinnen ganze Hecken und Baumkronen. „Im Sinne der Gefahrenabwehr bitten wir aber weiterhin bei Unsicherheiten einmal mehr zu melden als zu wenig“, so Burdack.

Meldungen können telefonisch unter 05173/970-255 erfolgen. Bevorzugt bittet die Gemeinde um Hinweise per Mail mit Standortbeschreibung und Foto an eps@uetze.de.

Bürger werden gebeten, befallene Bereiche im Zeitraum von Mai bis August mit Vorsicht zu betreten und Absperrungen unbedingt zu beachten. Direkter Kontakt mit Raupen oder Nestern sollte vermieden werden. Nach einem möglichen Kontakt wird empfohlen, die Kleidung zu wechseln und Textilien bei mindestens 60 Grad zu waschen. Bei gesundheitlichen Symptomen sollte ärztlicher Rat hinzugezogen werden. Eltern werden gebeten, Kinder besonders zu sensibilisieren, da diese häufig unbewusst mit Raupen oder Gespinsten in Berührung kommen.

Für befallene Stellen auf Privatgrundstücken sind die Eigentümer im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht selbst verantwortlich. Die Bekämpfung sollte ausschließlich durch spezialisierte Fachfirmen erfolgen. Als nachhaltigste und effektivste Methode nennt die Gemeinde derzeit das Absaugen der Nester. Abflammen und Gifteinsatz sollten vermieden werden. Der Einsatz von Gift ist insbesondere im Umkreis von Gewässern oder Landschaftsschutzgebieten verboten. Beim Verbrennen der Nester können Verwirbelungen entstehen, durch die sich die Brennhaare weiter verteilen.

Die zunehmende Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners steht nach Angaben der Gemeinde im Zusammenhang mit milderen Frühjahrs- und Sommermonaten. Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen und Allergiker. Die Gemeinde Uetze arbeitet nach eigenen Angaben kontinuierlich daran, Risiken zu minimieren und die Bevölkerung zu schützen. Öffentliche Bäume, die in Vorjahren betroffen waren, werden deshalb zum Maibeginn und für mindestens drei Jahre nach dem Schadereignis mit einem selektiven und pflanzenschonenden Biozid behandelt. Für Menschen und die meisten Lebewesen sei es unbedenklich.

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